Tagesgeldkonto
In vielen Statistiken wird immer wieder belegt, dass viele Sparer nach wie vor an ihren Sparbüchern festhalten. Das gute alte Sparbuch wird vor allem als ein Hort der Sicherheit angesehen, bei dem die Zinsen jährlich gezahlt werden und die Anlage zu 100% sicher ist.
Natürlich ist das Sparbuch eine sehr konservative Anlageform, bei der keinerlei Kursschwankungen wie etwa bei Investmentfonds zu verzeichnen sind. Dennoch bietet eine andere Anlageform, nämlich das Tagesgeldkonto, seit einiger Zeit deutlich mehr Vorteile. Dieses Konto ist ebenso sicher wie das Sparbuch, zudem ist die Kontoführung kostenlos. Genau wie beim Sparkonto wird das Kapital auch beim Tagesgeldkonto bereits ab dem ersten Euro verzinst, Mindestanlagen, wie sie beispielsweise beim Festgeld gefordert werden, sind nicht nötig. Auch die Einzahlungsmodalitäten des Tagesgeldkontos sind mit dem des Sparkontos vergleichbar, denn es können zu jeder Zeit Einzahlungen in beliebiger Höhe erfolgen. Allerdings hat der Sparer die Möglichkeit, sein Geld beim Tagesgeldkonto täglich komplett zu verfügen. Bei Sparkonten ist lediglich die Verfügung von 2.000 Euro pro Kalendermonat möglich, wer höhere Beträge benötigt, muss sein Geld entweder drei Monate vorher kündigen bzw. muss Vorschusszinsen an die Bank bezahlen.
Weiterhin werden auf dem Tagesgeldkonto regelmäßig Zinsen gezahlt. Anders als beim Sparbuch jedoch, bei dem die Zinszahlung nur einmal jährlich zum Jahresende erfolgt, kann sie beim Tagesgeldkonto sogar monatlich vorgenommen werden. Je kürzer hierbei die Zinszahlung vereinbart wird, desto größer ist der Zinseszinseffekt, der der Kunde erzielt.
Der wohl wichtigste Vorteil des Tagesgeldkonto gegenüber dem Sparkonto ist jedoch die Verzinsung. Liegt sie bei Sparkonten lediglich zwischen 0,5-1,5% p.a., findet man derzeit Tagesgeldangebote mit einem Zinssatz von mehr als fünf Prozent. Der Grund für die höhere Verzinsung der Tagesgeldkonten ist deren Kopplung an den EZB-Leitzins bzw. an den EONIA-Zins. Letzterer gibt die Konditionen an, wie sich Banken über Nacht untereinander Geld verleihen. Auch er lehnt sich stark an den Leitzins an. Sobald sich dieser ändert, werden in relativ kurzer Zeit auch die Konditionen für Tagesgelder verändert, denn der vereinbarte Zins ist variabel. In der Vergangenheit lag er jedoch immer weit über den Konditionen für Sparkonten. Um die Bank mit den besten Tagesgeldzinsen zu finden, können Onlinevergleiche helfen.